09.07.14

Heute vor einer Woche hatten wir im Nahost-Forum den SPD-Politiker und früheren Staatsminister im Auswärtigen Amt Günter Gloser zu Gast. Im Ergebnis einer tour d`horizont kamen wir gemeinsam zu der Auffassung, dass –wie bei allen internationalen Konflikten - nicht die Anwendung von bewaffneter Gewalt zur Lösung von Konflikten und zur Beruhigung der Lage beiträgt, sondern dass einzig und allein der Verhandlungsweg das Gebot der Stunde sein muss. Eine politische Lösung der zunehmend aufflammenden Konflikte, ob in Syrien, in Libyen, im Irak , im Südsudan, in den verschiedenen Regionen Afrikas, in Afghanistan – aber auch in der Ukraine- ist erforderlich, um dem Gemetzel unter der Zivilbevölkerung endlich ein Ende zu bereiten, so stellten wir fest.

Nun, nur wenige Tage später, fordert der immer noch ungelöste israelisch-palästinensische Konflikt erneut zahllose Opfer - Kinder, Halbwüchsige , Frauen – und auch Männer.
Die Weltöffentlichkeit  muss endlich begreifen, dass politische Verhandlungen auch im Nahostkonflikt erzwungen werden müssen - die Großmächte sind da zum Handeln aufgefordert. Wo bleibt in diesem Falle das Gewicht und der gegenüber Israel wohlbekannte Einfluss der Vereinigten Staaten, wo das Wort der NATO, die ansonsten bei der Verkündung von Sanktionen schnell zur Stelle ist, wo die klare Stimme der Wortführerin im europäischen Konzert - der deutschen Bundeskanzlerin, die im Verhältnis zu Israel so gern über Staatsraison spricht?

Die Welt ist in Unordnung geraten – zweifelsohne. In den Jahren seit 1990 sind die Spannungen in der Welt ins Unerträgliche gestiegen - die Toten der Konflikte auf allen Kontinenten mahnen uns. Es ist höchste Zeit zum Umdenken - die Großen und Mächtigen dieser Welt sollten sich unverzüglich an einen Tisch setzen und gemeinsam Beschlüsse zur politischen Regelung von Konflikten, zur Stabilisierung der Lage in der Welt fassen und auch ohne Zögern geschlossen durchsetzen.

Günter Mauersberger

Sehr geehrte Damen und Herren,
auf unserer gestrigen Mitgliederversammlung informierte ich über Ihre Berichte zur aktuellen Lage in den kurdischen Gebieten Syriens und über Ihren Aufruf zur Unterstützung. Die Teilnehmer unserer Veranstaltung bekräftigten ihrer Sympathie mit Ihrem schweren Kampf um die Selbstbehauptung Rojavas gegen die Machenschaften von Banden wie Nusra-Front und ISIL, derer Sie sich zu erwehren haben. Wir versichern Ihnen die Solidarität des Nahost-Forum e.V. mit Ihrem Eintreten für eine Zukunft der kurdischen Bürger Syriens in Frieden und Selbstbestimmung zum Wohle der sozial-ökonomischen Entwicklung Ihrer Gebiete frei von ausländischer Einmischung.

In fester Verbundenheit
Günter Mauersberger
Botschafter a.D.
Vorstandsvorsitzender des Nahost-Forum e. V.
17.04. 2014

 


Lieber Herr Mauersberger,
vielen Dank für Ihre Solidarität die wir sehr schätzen. Wir freuen uns auch, dass unsere Berichte zu den Ereignisse in Rojava bei euch Einklang finden. Wir würden es auch sehr schätzen wenn Sie und Nahostforum denn genannten Aufruf breit streuen würden. Im Mai fährt auch aus Deutschland ein Delegation mit solidarischen Einzelpersonen unter anderem der Historiker und Journalist Michael Knapp aus Berlin nach Rojava, um die dortigen Entwicklungen zu verfolgen. Die Delegation wird nach ihre Rückkehr in einer bundesweiten Vortragsreihe über ihre Erfahrungen und Erlebnisse berichten. Bei Interesse können wir den Kontakt auch später gerne vermitteln.

Nochmals vielen Dank und solidarische Grüße,
Devriş Çimen
Civaka Azad - Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.
22.04.2014

 

 

14. Dezember 2013

Wir im Nahost-Forum e.V. bedauern, dass das Koalitionspapier CDU/SPD nicht erkennen lässt, dass die gewaltigen Veränderungen, die sich im Nahen und Mittleren Osten vollziehen, auch unsere Außenpolitik vor neue grundsätzliche Herausforderungen stellen. Diese Umbrüche widerspiegeln nicht nur

Kommentar von Prof. Karin Kulow, erschienen in LINKE international, Oktober 2013

Nun sollen also nach dreijähriger „Funkstille“ erneut direkte israelisch-palästinensische Gespräche unter der Ägide der Obama-Administration stattfinden.  Mit seiner „Shuttle-Diplomatie“ und einem gewissen Druck ist es Außenminister Kerry überraschenderweise gelungen, die beiden Parteien an den Verhandlungstisch zurückzubringen.

Im Nahen Osten ist jetzt fast alles in Bewegung. Die Machtverschiebungen in einer Reihe arabischer Staaten, damit verbundene Umbrüche  und Verwerfungen führten zu neuen geopolitischen Konstellationen in der Region.
Die Volksmassen fühlen sich zunehmend betrogen -

Interview von Ingrid Köbke mit Achim Reichardt (PDF, 512 KB)
(Quelle: LinksBlick November 2013)