Kommentar von Prof. Karin Kulow, erschienen in LINKE international, Oktober 2013

Nun sollen also nach dreijähriger „Funkstille“ erneut direkte israelisch-palästinensische Gespräche unter der Ägide der Obama-Administration stattfinden.  Mit seiner „Shuttle-Diplomatie“ und einem gewissen Druck ist es Außenminister Kerry überraschenderweise gelungen, die beiden Parteien an den Verhandlungstisch zurückzubringen.

Im Nahen Osten ist jetzt fast alles in Bewegung. Die Machtverschiebungen in einer Reihe arabischer Staaten, damit verbundene Umbrüche  und Verwerfungen führten zu neuen geopolitischen Konstellationen in der Region.
Die Volksmassen fühlen sich zunehmend betrogen -

Interview von Ingrid Köbke mit Achim Reichardt (PDF, 512 KB)
(Quelle: LinksBlick November 2013)

Dr. Wolfgang Bator: Ghaddafi und Libyens Islamisten

„Mit massiven  Luftschlägen ...sollen weitere Angriffe der Truppen  des Diktators auf das eigene Volk verhindert werden“, schreibt die Märkische Allgemeine am 21.3.2011. Am gleichen Tage erklärt ein Sohn Ghaddafis, Saif al-Islam: „Der Westen unterstützt die Falschen, unser Kampf ist gegen Terroristen und deren Milizen gerichtet“, und er spricht vom Kampf gegen „bewaffnete Gangs“. Zwei Tage später ist in  der Neuen Zürcher Zeitung von ihrem Korrespondenten Beat Amman aus Washington zu lesen: „Eine eher beunruhigende Seite von „Odyssey Dawn“ (d.h. der Operation gegen Libyen, W.B.) besteht darin, dass niemand weiß, wer die Rebellen gegen Ghaddafi eigentlich sind.“

Prof. Dr. Karin Kulow, Dr. Heinz-Dieter Winter:
„Ein Jahr Arabellion: Zwischen gesteigerten Erwartungen und enttäuschten Hoffnungen“
(Quelle: "DIE LINKE international", 1/2012)

Noch immer erinnern wir uns an die Fernsehbilder vom Platz der Befreiung in Kairo, dem Midan At-Tahrir, als Tausende Demonstranten dort wochenlang ausharrten, bis Präsident Husni Mubarak nach drei Jahrzehnten autoritärer Regentschaft am 11. Februar 2011 endlich zum Abdanken gezwungen wurde. Ihm erging es ebenso wie dem tunesischen Präsidenten Zine Al-Abidin Ben Ali am 14.Januar. Die Welt erlebte zuvor kaum vorstellbare Vorgänge.