Der von den USA, Großbritannien und Frankreich unterstützte, in Deutschland weitgehend ignorierte Krieg der Golfstaaten im Jemen verursacht massives Leid für die Zivilbevölkerung. Besonders betroffen sind die Kinder dieses ärmsten arabischen Landes. Bei der Veranstaltung „Quo vadis Jemen?“ im September 2016 mit Dr. Renate Schmidt, Nahost-Wissenschaftlerin an der Universität Potsdam, baten wir deshalb die Teilnehmer um eine Spende zur Unterstützung der seit 2003 vor Ort engagierten „Jemen Kinderhilfe Aichach e. V.“ (www.jemen-kinderhilfe.de).
Bei der Sammlung kamen 352,50 Euro zusammen. Wir haben beschlossen, die Summe aus Vereinsmitteln auf 400,- Euro aufzustocken. Dieser Betrag wurde jetzt an die Kinderhilfe überwiesen.
Der Vorstand, 19.10.2016

2015 konzentrierten wir unsere Tätigkeit auf Informationen und Wertungen zu den Ereignissen im Nahen Osten und die Gewinnung kompetenter Referenten, um in den monatlichen Informationsveranstaltungen eine gut gemischte Palette von Themen anbieten zu können. Das erwies und erweist sich jedoch als nicht einfach. Trotzdem ist es uns gelungen, und die Aufzählung über durchgeführte Veranstaltungen belegt das, kompetente Referenten für ein interessantes Informationsangebot zu gewinnen. Dabei sollte auch der kulturelle Aspekt nicht zu kurz kommen. Dem gemeinsamen Besuch im Bode-Museum im letzten Juni sollen möglichst weitere Veranstaltungen dieser Art folgen.
Unser neuer Veranstaltungsort, die Begegnungsstätte der Volkssolidarität, wurde, wie wir einschätzen konnten, allgemein akzeptiert.

Wer hätte vor nunmehr 20 Jahren schon geglaubt, als sich eine Handvoll Interessierter in Kneipen versammelte, um über Nahost zu debattieren, dass wir heute mit monatlich mehr als 40 Teilnehmern immer noch einen festen Bestandteil der Landschaft von Nahostkennern darstellen!
Neben unseren treuen langjährigen Mitgliedern kommen auch jüngere Interessierte zu unseren Veranstaltungen. Aber leider sind sie zu unserem Bedauern nicht bereit, sich unserem Nahost Forum als Vereinsmitglieder anzuschließen
Wir sind dankbar für die Bereitschaft unserer Besucher, die keine Mitglieder sind aber stets einen Obolus in unsere Spendenbüchse legen. Das hilft uns. Wir würden uns aber noch mehr über neue Mitglieder in unserem Nahost Forum freuen.

Im Vorstand sind wir ständig bemüht, durch gezielte Veröffentlichungen das Erscheinungsbild unserer Webseite www.nahost-forum.info weiter zu verbessern. Geeignete Beiträge zu dem uns interessierenden Themenkreis sind jederzeit willkommen.

Gegenstand unserer Beratungen im Vorstand war auch, welche Schritte wir zur Anpassung unserer Aktivitäten an neue Erfordernisse gehen können. Leider fühlten wir uns nicht in der Lage, Bitten um materielle Hilfe seitens alter Freunde aus der Nahost Region, speziell auch aus dem Jemen nachzukommen. Auch bedauern wir, dass das Interesse am israelisch-palästinensischen Konflikt - angesichts anderer Brandherde in der Region - nachgelassen hat. Wir haben als Geste der solidarischen Verbundenheit den bisherigen Botschaftsrat an der Palästina-Vertretung in Berlin zu dessen Verabschiedung zu einem kleinen Essen eingeladen.

Wir wissen es zu schätzen, dass Mitglieder unseres Vereins sich in verschiedenen Foren engagieren und sich zu Wort melden, sei es in Vorträgen, Publikationen oder auch Leserzuschriften, ebenso wie aktuell in der Hilfe für Flüchtlinge.

Wir sind unverändert sehr interessiert an Vorschlägen unserer Mitglieder, wie und mit welchen Themen wir unsere Zusammenkünfte noch interessanter machen können:
 
Sind potentielle Referenten bekannt, denen wir bei uns ein Forum bieten können?

Und wie können wir neue, gern auch jüngere Menschen und solche mit Immigrationshintergrund, für unsere Veranstaltungen interessieren?

Der Vorstand arbeitet regelmäßig und kollegial zusammen.
Ende vorigen Jahres hat Günter Mauersberger, der den Verein in den letzten sieben Jahren mit seinen Ideen und umfangreichen Aktivitäten erfolgreich geleitet hat, den Vorsitz abgegeben, bleibt uns aber mit seinen vielen Kontakten weiter als Vorstandsmitglied erhalten.
Der Vorstand unter seinem kommissarischen Vorsitzenden Dr. Peter Müller ist bereit und wird alles tun, das Vertrauen der Mitglieder auch in Zukunft zu rechtfertigen.


Veranstaltungen Nahost-Forum 2015/16        
        
25.02.2015    Prof. Dr. Werner Ruf    Tunesien nach den Wahlen
18.03.2015    Murat Çakır        Die Türkei und ihre Rolle in der nahöstlichen Krisenregion
15.04.2015    Dr. Angelika Timm    Israel hat gewählt. Was ist zu erwarten?
20.05.2015    Ali Fathollah-Nejad    Quo vadis Iran?
17.06.2015    Ausstellungs-Besuch im Bode-Museum
16.09.2015    Dr. Muriel Asseburg    Die Nahost-Politik der Bundesrepublik Deutschland
21.10.2015    Peter Linke        Russland und seine Nah- und Mittelost-Politik
18.11.2015    Dr. Arne C. Seifert    Der politische Islam in Zentralasien
09.12.2015    Jahresabschluss-Essen
17.02.2016    Prof. Dr. Karin Kulow    Die Syrien-Krise: ein weiter Weg zu einer politischen Lösung
16.03.2016    Günter Mauersberger    Diskussion über fünf Jahre "Arabischer Frühling"
20.04.2016    Can Çiçek        Lage in Nahost und Position der Kurden

20.04.2016 ++

Im Namen der NOF-Mitglieder hatte Dr. Müller dem ARÄ-Botschafter in Berlin zum Unglück mit dem Airbus der ägyptischen Fluggesellschaft über dem Mittelmeer am 19. Mai 2016 kondoliert. Botschafter Dr. Abdellatty dankte für das Mitgefühl:

Dr. Badr Abdellatty
Ambassador of the Arab Republic of Egypt in Berlin

Distinguished Mr. Ambassador
On behalf of the members of Nahostforum e.V., a Berlin based NGO, may I convey to you our sincere condolences after the crash of the Egyptian aircraft. Please, accept our sympathy as well to the relatives of the victimes. We are in deep sorrow with the brave Egyptian people.
Dr. Peter Müller
Chairman of Nahostforum e.V.

Dear Dr. Müller,
Thank you very much for your heartfelt letter of condolence dated May 20, 2016. I would like to express my appreciation for your concern and sympathy for the Egyptian people and victims’ families. Your words were not only a comfort, but a source of strength for me and my country during this difficult time.
Dr. Badr Abdelatty
Ambassador

Auf dem Jahresabschlußtreffen am 9. Dezember zog Günter Mauersberger Bilanz über die im Kalenderjahr 2015 geleitete Arbeit. Er teilte mit, daß er zum 31.12. nach mehr als siebenjähriger Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender aus Alters- und Gesundheitsgründen diese Aufgabe abgebe.
Dr. Peter Müller hat sich bereit erklärt, diese Funktion wahrzunehmen, bis im Frühjahr 2016 die Vollversammlung des Nahost-Forums entscheiden kann. Günter Mauersberger, dem für seine engagierte und erfolgreiche Arbeit als Vorsitzender herzlich gedankt wurde, engagiert sich auch künftig im Vorstand.

Der dem Nahost-Forum gut bekannte Botschaftsrat Abdullah Hijazi ist nach langjährigem diplomatischem Wirken in Berlin nunmehr aus dem aktiven Dienst augeschieden. Der Vorstand lud den engagierten Patrioten (Bild: Mi.) jetzt zu einem kleinen Mittagessen ein, um ihm unsere Wertschätzung und zugleich unsere Verbundenheit mit dem  Ringen der Palästinenser um Verwirklichung ihrer legitimen, unveräußerlichen Rechte zu bekunden.
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In einem Restaurant am Strausberger Platz wurden Erinnerungen ausgetauscht, aber auch Aspekte der brutalen Auseinandersetzungen in der Region des Nahen Ostens und der damit verbundenen Leiden der Bevölkerung erörtert.

Günter Mauersberger
Botschafter a. D.
Vorstandsvorsitzender des NOF

02. 09. 2015

 

Wir im Nahostforum verfolgen mit Sorge die Entwicklungen im Jemen, insbesondere die ausländischen Militäraktionen. Die Medien berichten über eine hohe Zahl von Toten und Verwundeten unter der Zivilbevölkerung. Dieses Land in seiner Armut braucht zuallerletzt solche menschlichen Opfer und die Zerstörung seiner ohnehin zerrütteten Infrastruktur durch Kampfhandlungen Außenstehender. Das Land braucht vielmehr sofortige materielle und logistische Hilfe seiner reichen Nachbarstaaten für ökonomische und soziale Entwicklung.

Auch im Jemen-Konflikt wird sich zeigen, dass nur der Dialog und politische Lösungen eine Stabilisierung der Lage herbeiführen können.

Die deutsche Bundesregierung täte gut daran, den Empfängern bereits in die Krisenregion exportierter Militärtechnik gemäß den Prämissen für Waffenlieferungen deren Einsatz in grenzüberschreitenden Konflikten zu untersagen. Einmal mehr wird deutlich: Es ist an der Zeit, den Export deutscher Rüstungsgüter grundsätzlich zu überdenken.

Für den Vorstand

Günter Mauersberger
31.03. 2015