Sehr geehrte Frau Botschafterin,

mit Bestürzung nahmen die Mitglieder des Nahost-Forum e.V. auf ihrer monatlichen Veranstaltung am 15. 05. die Mitteilung auf, dass israelische Scharfschützen mehr als 60 Palästinenser töteten und mehr als 2.000 palästinensische Bewohner des Gazastreifens verwundet wurden.

Unser Mitgefühl gilt den Opfern und deren Angehörigen,unsere Abscheu den israelischen Militärs, die rücksichtslos gegen unbewaffnete Demonstranten vorgingen. Wir wurden Zeuge dessen, wie Israel und die US- Administration völkerrechtliche Vereinbarungen mit Füßen treten und, die legitimen Rechte der Palästinenser negierend, die notwendigen Verhandlungen zur Beilegung des israelisch- palästinensischen Konflikts torpedieren.

Wir im Nahost-Forum wissen um die von den UN getroffenen und seinerzeit von allen Mitgliedern des Sicherheitsrates unterstützten Positionen zum Status Jerusalems, der nur im Rahmen einer Lösung des Gesamtkonflikts geklärt werden kann. Jede einseitige Handlung ist dabei nur Wasser auf die Mühlen derjenigen, die politische Lösungen ablehnen und neue militärische Abenteuer gezielt anstreben.

Sehr geehrte Frau Dr.Daibes, wir versichern Ihnen – gerade in diesen schweren Tagen des Jahrestages der Nakba – unserer Solidarität an der Seite des schwer geprüften Volkes von Palästina.
++

17.4.2018

PDF (452 KB)

12.12. 2017

Auf der Vorstandssitzung des Nahost-Forums vom 11. Dezember 17 stand die durch den US- Präsidenten ausgelöste, besorgniserregende Situation im israelisch-palästinensische Konflikt im Mittelpunkt der Beratungen. Einmütig sprach sich der Vorstand erneut dafür aus, dass nur auf den Prinzipien des Völkerrechts und der einschlägigen Resolutionen der UN basierende politische Gespräche das Tor zur Lösung des den Weltfrieden beeinträchtigenden Konflikts sein können. Jede einseitige Maßnahme ist dagegen geeignet, die Situation zuzuspitzen und außer Kontrolle zu bringen.

Die leidgeprüften Völker der Region des Nahen und Mittleren Ostens brauchen dringendst eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens und der Verständigung. Nur so können und müssen Wege zur Reduzierung der Spannungen und zur Herbeiführung von Lösungsansätzen gefunden werden. Schritte wie die durch nichts zu rechtfertigende, das Völkerrecht negierende, einseitige Erklärung zum Status von Jerusalem bewirken nur neue Gewalt, das Aufbrechen neuer Spannungen und Hindernisse für den so notwendigen Friedensprozess.

In diesem Sinne begrüßt der Vorstand des Nahost-Forum e.V. die vom Sprecher der Bundesregierung und vom amtierenden Bundesaußenminister abgegebenen Erklärungen.

10.10.2017, Dr. Peter Müller:

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe  Mitglieder des Nahost-Forums,

Wir haben uns im Vorstand verständigt, uns in diesem Bericht nicht mit den brennenden Fragen der Region des Nahen und Mittleren Ostens zu befassen.
Dabei sind wir davon ausgegangen, dass sich in unseren Veranstaltungen - gerade in letzter Zeit, wie auch heute - sehr tiefgründig  diese Fragen behandelt wurden. Das wollen wir auch weiterhin so handhaben.
In unserer Wahlberichtsversammlung geht es heute darum, über uns, über unseren Verein und unsere Arbeit zu sprechen. Dazu kann ich folgendes berichten:

Die Teilnehmerzahl an unseren monatlichen Veranstaltungen blieb in der Berichtsperiode sehr stabil. Zunehmend kommen auch jüngere Sympathisanten unseres Vereins, die sich für die Situation in der Region des N. u. M. Ostens interessieren, zu unseren Veranstaltungen. Oft auch mal jemand aus dem Auswärtigen Amt, aber auch Medienvertreter oder auch Fachstudenten.
Wir werten das als einen deutlichen Beweis dafür, dass wir als Nahost-Forum höchstwahrscheinlich eine interessante Adresse sind.
Es war allerdings auch weiterhin zunehmend schwieriger, qualifizierte Referenten für unsere Veranstaltungen zu gewinnen, zumal wir ja entsprechende Honorarerwartungen leider nicht erfüllen können.

Trotzdem ist es uns in der Berichtsperiode wieder gelungen, gestandene Islamwissenschaftler, mit der Region vertraute junge Wissenschaftler sowie auch Publizisten, Autoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Referenten für unsere Veranstaltungen zu gewinnen.
Auch müssen wir erneut feststellen, dass die Bereitschaft nahöstlicher Botschaften weiter abgenommen hat, sich im Nahost-Forum zu präsentieren.  Die Gründe hierfür sehen wir vor allem in einer zunehmenden Differenzierung, in den Zerrüttungen der staatlichen Strukturen, im Terror und Kriegsgeschehen in der arabischen Welt.

Wir werden uns im Vorstand trotz alledem auch weiterhin darauf konzentrieren, kompetente Referenten für unsere Veranstaltungen zu gewinnen. Anregungen dafür, wie wir unsere Veranstaltungen noch besser gestalten können, sind stets willkommen.

Obwohl wir als eingetragener Verein über keine finanziellen Mittel verfügen und  dadurch leider nicht in der Lage waren und sind, Bitten um materielle Hilfe seitens alter Freunde aus der Nahost Region nachzukommen, haben wir mit einer Spendenaktion unserer Mitglieder dem Kinderhilfswerk für Jemen 400 Euro überweisen können. Es war eine symbolische Geste, aber immerhin!
Nochmals danke für die Spendenbereitschaft für die Kinder eines Landes der Region, das durch einen sinnlosen Stellvertreterkrieg in Schutt und Asche gebombt wird.
 
Probleme gab es auch mit unserem Veranstaltungsort in der Torstraße, da das Gebäude saniert wird und, wie uns inzwischen mitgeteilt wurde, unser bisheriger Vermieter, die Begegnungsstätte der Volkssolidarität, im Begriff ist umzuziehen. Hier in der Kadiner Straße sind wir freundlich zunächst bis Ende des Jahres aufgenommen worden. Bis dahin werden wir eine entsprechende Lösung dieser Frage schaffen und es euch rechtzeitig mitteilen.

Der Vorstand unseres Vereins hält Kontakte zu Gründungs- und anderen langjährigen Mitgliedern, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu unseren Veranstaltungen kommen können. Wir informieren sie in der Regel zum Jahresende mit einen Schreiben über unsere Arbeit des jeweiligen Jahres und besuchen sie zu hohen runden Geburtstagen. Unser Budget reicht glücklicherweise aus, um uns bei diesen Gelegenheiten mit einem Blumenstrauß für die langjährige Verbundenheit zu bedanken.

Auch die Präsentation nach außen konnten wir im Berichtszeitraum aufrechterhalten. Das betrifft insbesondere die Teilnahme an Veranstaltungen anderer, sich mit der  Region des N. u. M. Ostens befassender Vereine und Organisationen, aber auch die Wahrnehmung von Einladungen nahöstlicher Botschaften, wo wir immer auch als Vertreter des Nahost-Forums auftreten.
Darüber hinaus sind wir bemüht, unsere home-page aktuell zu halten, was auch nicht immer einfach ist, sowie Zeit, Aufwand und Fachkenntnis verlangt. Ich möchte alle Mitglieder bei dieser Gelegenheit auffordern, Anregungen und Ideen einzubringen und mitzuhelfen, unsere website noch interessanter und bunter zu gestalten.

Der Vorstand arbeitet regelmäßig und kameradschaftlich als Team.  Gegenstand unserer monatlichen Beratungen waren stets entsprechende Überlegungen, wie wir unsere Vereinsaktivitäten an neue Erfordernisse der politischen Entwicklung in der Nahost-Region anknüpfen können. Dabei ging es auch um die Aufrechterhaltung und Kontinuität der erfolgreichen Arbeit des Nahost-Forums seit seiner Gründung. Ich glaube, das ist uns trotz der sich ändernden Gegebenheiten auch recht gut gelungen. Dafür möchte ich den Mitglieder des Vorstandes unseres Vereins ganz herzlich danken.

Ich kann auch berichten, dass alle 7 Mitglieder des Vorstandes bereit sind, sich der Wahl für die Leitung des Nahost-Forums wieder zu stellen.
Ich werte es als ein gutes Zeichen für die Kontinuität der Arbeit des Vorstandes, aber auch für den guten Geist, der im Vorstand herrscht.

Ich möchte meine Ausführungen nicht ohne noch einer persönlichen Anmerkung beenden:  Ein Wort des Jahres 2016 war „postfaktisch“. Übersetzt bedeutet das – jenseits der Wahrheit. D.h. Fakten und Tatsachen werden zunehmend unwichtiger in den Medien und öffentlichen Diskussionen - wie z.B. Talk-Shows - zugunsten von Emotionen und gefühlten Wahrheiten. Wir erleben das bei der offiziellen medialen Behandlung der Ereignisse im Nahen Osten tagtäglich.
Wir, die wir die Region kennen, dort gearbeitet und ein Stück Lebenszeit dort verbracht haben, sollten uns nicht von diesen offiziellen „postfaktischen“ Positionen zu falschen Einschätzungen verleiten lassen.
Deshalb sind wir gut beraten, wenn wir aufgrund unserer eigenen Erfahrungen eine eigene Wertung zu den Ereignissen und anhaltenden Kriegen in der Region vornehmen und
- die richtigen Fragen stellen,
- gegenüber offiziellen Verlautbarungen ein berechtigtes Misstrauen haben
-  sowie medialen Darstellungen nicht unkritisch zu folgen.

In dem Zusammenhang denke ich, hat unser Nahost-Forum nach wie vor seine Berechtigung.


Übersicht:     Veranstaltungen Nahost-Forum 2016-17                    
                        

25.05.2016    Sebastian Sons, DGAP    Saudi-Arabien - eine neue Regionalmacht?    
15.06.2016    Aiman Mazyek                 Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland
21.09.2016    Dr. Renate Schmidt         Quo vadis Jemen? - Teil 2        
19.10.2016    Wolfgang Gehrcke MdB  Syrien und die Position der LINKEN        
16.11.2016    Malte Daniljuk, RLS          Geopolitische Veränderungen im Umfeld des NMO
07.12.2016                                                 Jahresabschluss-Veranstaltung        
18.01.2017    Björn Hinrichs, DAFG       Deutsche Wirtschaft und arabische Partner    
15.02.2017    Wolf R. Schwippert           Aspekte der ökonomischen Entwicklung im NMO    
15.03.2017    Mohamed El Mamun       Frente Polisario, Lage in der Westsahara    
19.04.2017    Murat Çakır                       Türkei nach dem Verfassungsreferendum    
10.05.2017    Raif Hussein, DPG             Palästina: 50 Jahre Besatzung        
14.06.2017    Azadeh Zamirirad, SWP   Iran nach den Präsidentschaftswahlen    
12.09.2017    Dr. Angelika Timm            100 Jahre Dokumente Nahost-Konflikt    
10.10.2017    Aktham Suliman                Krieg und Chaos in Nahost - eine arabische Sicht

Wir haben ein Exemplar des Sachbuches „100 Dokumente aus 100 Jahren – Friedensinitiativen für Israel und Palästina 1917 – 2017" von Dr. Angelika Timm, 2009 bis 2015 Leiterin der Außenstelle der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv, erworben.

Ebenfalls angeschafft wurde je ein Exemplar von "Wer den Wind sät" und "Die den Sturm ernten" von Dr. Michael Lüders erworben.
Die Bücher können von Mitgliedern des NOF beim Vorstand ausgeliehen werden.
27.09. 2017

Der von den USA, Großbritannien und Frankreich unterstützte, in Deutschland weitgehend ignorierte Krieg der Golfstaaten im Jemen verursacht massives Leid für die Zivilbevölkerung. Besonders betroffen sind die Kinder dieses ärmsten arabischen Landes. Bei der Veranstaltung „Quo vadis Jemen?“ im September 2016 mit Dr. Renate Schmidt, Nahost-Wissenschaftlerin an der Universität Potsdam, baten wir deshalb die Teilnehmer um eine Spende zur Unterstützung der seit 2003 vor Ort engagierten „Jemen Kinderhilfe Aichach e. V.“ (www.jemen-kinderhilfe.de).
Bei der Sammlung kamen 352,50 Euro zusammen. Wir haben beschlossen, die Summe aus Vereinsmitteln auf 400,- Euro aufzustocken. Dieser Betrag wurde jetzt an die Kinderhilfe überwiesen.
Der Vorstand, 19.10.2016